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Alter Markt
Aus Stralsund Wiki
- seit 1277 unter dem Namen "forum" erwähnt;
- ca. 60 Meter x 80 Meter;
- Stadtentwicklungszentrum in der Mitte des 13. Jahrhunderts;
- Verkaufsplatz, Versammlungsplatz, Gerichtsplatz;
- 1391 Karsten Sarnow lässt über 100 Seeräuber auf dem Alten Markt hinrichten.
Inhaltsverzeichnis |
Alter Markt 1
- 1782 Der Kaufmann Johann Gottfried Klingenberg erwirbt für 750 Taler das nicht ansehnliche Eckhaus Alter Markt 1 (bis 1869 Nummer A 16).
- späterer Eigentümer: Carl Wilhelm Münchmeyer
- Mitte des 19. Jahrhunderts gelant das Haus in den Besitz der Adoptivtochter der Münchmeyers (war mit Buchhändler und Kaufmann Johan Gustav Ehrenreich Riefstahl verheiratet); seitdem Nutzung als Buchhandlung
- 1863 Der Buchhändler Siegmund Bremer erwirb das Gebäude.
- 1905 erwirbt Wilhelm Zemsch (†06.07.1943) das Gebäude und Bremer`s Buchhandlung. Erweiterung durch Schaufenster in der Külpstraße 15 (ebenfalls Eigentum Wilhelm Zemsch), Bauantrag 05.05.1914, Baugenehmigung 11.05.1914. Baubeginn 1920, Baugenehmigung war erloschen. Der Bau darf nicht ausgeführt werden.
- in den dreißiger Jahren heruntergekommen, Putz bröckelt von der Fassade
- 1936 durch Dr. Werner Stoll (OB Stralsund) Ankaufversuch für die Stadt, scheitert an überzogenen Forderungen von Zemsch
- nach dem 06.07.1943 erben Wilhelm Zemsch (Diplomvolkswirt, Dresden), Amalie Zemsch (Stralsund) und Margarete Schwarz (geb. Zemsch, Stralsund) das Haus und gründen eine Offene Handelsgesellschaft. Geschäftsführer der frühere Buchhändler Alfred Eckert
- nach dem 2. Weltkrieg übernimmt Heinrich Buksch die Buchhandlung
Alter Markt 1, 2-3
- Am 12.01.1907 meldet die Stralsundische Zeitung einen Besitzerwechsel für das Hotel "Goldener Löwe". Neuer Eigentümer ist Herr Charles Hanser (Carl Hanser).
- 1910 Neuer Eigentümer Richard Schilling laut Stralsundische Zeitung vom 20.11.1910.
- 22.07.1982 Sprengung des Hotels Goldener Löwe am Alten Markt 2-3 (mangelnde Werterhaltung, erbaut im 18. Jahrhundert), des Eckhauses Alter Mark 1 und der Häuser Külpstraße 14 und 15. Errichtung eines Giebelplattenbaus mit 46 Wohnungen und einem Jugendclub (eröffnet 20.11.1985) im Keller und Erdgeschoss
- siehe auch Hotel Zum Goldenen Löwen
Alter Markt 4
- Theater am Alten Markt, Grundsteinlegung am 21.03.1833 um 6 Uhr
- Abriss von zwei Giebelhäusers (unter anderem die ehemalige Ratsapotheke) für den Theaterneubau
- Finanzierung durch "Aktiengesellschaft zur Erbauung eines Schauspielhauses", geleitet durch "Theater-Commitee" (Bürger H. Reimarus, Ernst Rühs, Carl Gustav Farbricius, Wilhelm Ernst Schütte, Andreas Theodor Kruse, C. G. Biel, Lübcke, Michaelis und Präetorius), im Mai 1832 waren 569 Aktien gezeichnet (u.a. durch den Fürst zu Putbus), die Stadt gewährt eine gewünschte Anleihe von 12000 Reichstalern.
- 28.09.1833 Richtfest für das Schauspielhaus
- nummerierte Sitzplätez mit Rückenlehnen
- Mitte des 19. JH war das Theater verschuldet, die Aktiengesellschaft konnte die schuldigen Zinsen an die Stadt nicht mehr zahlen, Zwangsversteigerung folgte, die Stadt erwarb das Theater für 16.300 Taler.
- 10.07.1861 Die 10-köpfige Balletttänzergesellschaft vom Carlo de Pasqualis gibt ein mehrtägiges Gastspiel. Als besondere Überraschung wird der "Höllentanz" aus der Oper "Orpheus in der Unterwelt" von Offenbach angekündigt. Die erste Vorstellung war am 10.07.1861. Während der zweiten Vorstellung am 14.07.1861 gerät die Tänzerin Fräulein Scheller in der Seitenkulisse in eine Gasflamme. Das Kleid stand sofort in Flammen. Die neben Scheller tanzende Christina Vossi wollte das Feuer mit den Händen ersticken, dabei geriet auch ihr Kleid in Brand. Carlo de Pasqualis, Bühnenarbeiter und Zuschauer versuchten erfolglos, das Feuer mangels verfügbarer Decken mit ausgezogenen Röcken und Bühnenteilen zu löschen. Scheller stirbt drei Tage später, Vossi am 20.07.1861 um 4:30 Uhr im Krankenhaus. Die Beerdigung fand am 22.07.1861 auf dem St. Jürgen Friedhof statt.
- 1913 Schließung aufgrund starker baulicher Mängel, das Gebäude steht jahrelang leer
- 05.03.1927 Die Sparkasse bittet den Rat um das Gebäude oder das Kloster St. Jürgen am Strande, die Ratsmitglieder entscheiden am 08.03.1927 der Sparkasse das Gebäude Alter Markt zu verkaufen
- Die Provinzialbank (Standort derzeit Alter Markt 10, "Minerva-Haus") bemüht sich im Mai 1927 ebenfalls um den Alten Markt 4, die Stadt soll dafür das das Gebäude Alter Markt 10 für 40.000 RM erhalten, die Provinzalbank strebte einen Abriss des Alten Marktes 4 an, um einen Neubau zu errichten
- 1928 Die Atlantic-Kinovertriebsgesellschaft möchte das Haus zu einem Lichtspieltheater umbauen. Der Besitzer des Goldenen Löwen (Alter Markt 1-3) bekundet Kaufinteresse möchte Alter Markt 1-4 abreissen und ein grosses Hotel errichten (mit Sparkasse in Teil des EG), der Rat kann sich für keinen Interessenten entscheiden
- 05.01.1929 "Der Vorpommer" berichtet über die Unentschlossenheit des Rates
- Ende März 1929 Die Provinzialbank erhält das Gebäude und reißt das alte Stadttheater ab. 1930 wird das derzeitige Gebäude errichtet.
- umgangssprachlich Haus der Gewerkschaften
Alter Markt 5
- im 14. Jahrhundert durch Familie Wulflam errichtet
Alter Markt 6
- Frührer: Alter Markt D 132
- im 14. Jahrhundert durch Familie Wulflam als viergeschossiges Giebelhaus errichtet
- ursprünglich backsteinsichtiger Giebel
- Giebel in der Mitte des 17. Jahrhunderts barock überformt
- Haus besaß Anfang des 18. Jahrhunderts Mülzergerechtigkeit
- 1706 Reste eines "Darreofens" sollten vorhanden gewesen sein
- Anfang des 18. Jahrhunderts Eigentümer Bürgermeister und Kaufmann Johann Friedrich Zander
- danach Eigentümer Witwe des Pfarrers zu St. Nikolai Paul Rehfeldt
- 1762 Kaufmann Joachim Heinrich Reimer erwirbt das Haus für 5200 Reichstaler, das Haus und der Alte Markt 7 werden nach väterlicher Bestimmung nach seinem Tod an den ältesten Sohn C. H. F. Reimer am 01.01.1790 abgetreten
- 1842 neuer Besitzer Kammerrat Ferdinand August Spalding
- 1844 neuer Besitzer Gastwirt Adolph Theodor Hermann Krüger
- bis Mitte des 19. Jahrhunderts nur ranghohe Kaufleute oder Juristen, die Ratsherr oder Bürgermeister waren neben einigen Geistlichen als Eigentümer im Grundbuch
- ab ca. 1870er war eine Steindruckerei ansässig, Schriftzug über der Tür "Steindruckerei C. Röpke", Firma gehörte später Wilhelm Schönberg (Lithograph), Einzug 01.04.1890 mit Laden und Werkstatt in das kurz zuvor erworbene Gebäude
- 02.10.1900 Bäckermeister Johann Ahrens betreibt eine Bäckerei nach Umbau durch die Baufirma Teichen
- seit 1998 Ratsapotheke
Alter Markt 7
- Anwaltskanzlei Eva Burmeister
Alter Markt 8
- als "Khonig Arendshoff" 1541 urkundlich erwähnt
- vom Rat für Empfänge und Feste genutzt
- 20.10.1678 Der Kurfürst von Brandenburg beschiesst und zerstört die Stadt und feiert im Artushof ein rauschendes Fest.
- 12.06.1680 Ein Brand (am Vormittag in der Blauturmstraße ausgebrochen) zerstört den Artushof. Das Grundstück bleibt über 20 Jahre unbebaut.
- 1702 Das schwedische Militär errichtet die Hauptwache.
- 1815 Auch nach Übernahme der Stadt durch die Preußen weiter Nutzung als Hauptwache.
- 1848 Der Platz vor der Hauptwache wird eingezäunt.
- 1890er Jahre Vor der Hauptwache werden Bäume gepflanzt.
- 1900 Die Wache wird aufgegeben.
- 1900 Wertheim erwirbt über einen Mittelsmann das Gebäude und plante die Errichtung eines großen Warenhauses. Der Plan wurde nicht umgesetzt. Leerstand bis 1911.
- 1911 Franz Klemm (Pächter des Ratsbierkellers) und Evert Anders erwerben das Gebäude und reißen die Hauptwache ab. Es soll eine Hotel-Neubau entstehen. Mitte November 1911 beginnen die Arbeiten am Fundament für den Artushof, Errichtung durch Stralsunder Firma Albert Viernow.
- 17.12.1912 Das Gebäude wird fertiggestellt.
- heute Artushof
Alter Markt 9
- Anfang 18. JH Besitzerin Witwe von Joachim Rüder von Owstien (ehem. Präsident des Tribunalgerichts in Wismar), Haus war "zu großen Handlungen und Logierungen" berechtigt, Hof mit Stall für sechs Pferde, vor dem Giebel befand sich eine Bude (Utlucht)
- 1797 Besitzerin Frau von Dechow und Oberforstmeisterin von Zanthien (Witwe des Oberstleutnants von Dechow zu Pütnitz)
- 1852 Konditor Christian Lüsch erwirbt das Gebäude
- um 1900: Cafe von Konditor Tehnsen
- ab 1903 Straßenbahnhaltestelle vor dem Haus
- 1915 Franz Klemm (Miteigentümer Artushof) pachtet das Cafe von den Erben des Conditors Tehnsen und verbindet das Gebäude durch eine Tür mit dem Artushof
- 1919 Im November erwirbt Tischlermeister Robert Weiss das Gebäude und eröffnet ein "Spezialhaus für Wohnungseinrichtungen von einfachster bis vornehmster Ausführung"
- 1926 neuer Eigentümer: Sozialdemokratische Volksdruckerei, hier erscheinen die Zeitung "Der Vorpommer" (Untertitel: "Organ für die arbeitende Bevölkerung des Regierungsbezirks Stralsund" und "Sozialdemokratische Tageszeitung für Vorpmmern und Rügen"), in der NS-Zeit wurde hier die "Pommersche Zeitung" (Organ der NSDAP für Stralsund, Franzburg-Barth und Grimmen herausgegeben.
- 06.10.1944 fast vollständige Zerstörung beim Bombenangriff, ein Hofgebäude und der angrenzende Kernladen bleiben verschont
- 1973 Neubau eines Gebäudes
- Mitte August 1973 Eröffnung des Cafes "Duett", damaliger Leiter Eckhard Schmidt
- 1998 Die Stadtinformation zieht vom Alten Markt 5 in den Alten Markt 9.
Alter Markt 10
- 1927 Standort der Provinzialbank
- Volksmund: Minerva-Haus
Alter Markt 13
- um 1700 verkaufte Händler und Hauseigentümer Peter Flindt Gewürze aus einer Utlucht (Ausbau, typischer Bestandteil eines Krämerhauses)
- Eigentümer danach Gewürzhändler Jacob Jürgen Hövesch, verstorben 1788
- Eigentümer ab 1788 Tochter Sophia Amalia Spalding
- 1814 erwirbt Kaufmann Carl Joachim Bohm das Giebelhaus für 3000 Taler
- 1859 erwerben die Brüder und Kaufleute Christian Wilhelm und Carl Johann Friedrich Markwardt das Haus für 5600 Taler
- 13.12.1866 Carl Johann Friedrich Markwardt stirbt, sein Bruder ist alleiniger Besitzer des Hauses und einer Materialwarenhandlung im Erdgeschoss
- neuer Besitzer Kaufmann Friedrich Lönnies (vorher Alter Markt 5, Marterialwaaren- und Saatgeschäft)
- 18.02.1876 Bauantrag zum Bau eines neuen Wohnhauses, positiver Bescheid drei Tage später mit der Auflage der Abstumpfung der Ecke
- Lönnies betrieb im Erdgeschoss eine Materialwarenhandlung und besaß eine "Erlaubnis zum Kleinhandel mit geistigen Getränken"
- 12.06.1884 Gesuch bei der Polizeibehörde um die Konzession zum Ausschank von Alkohol, Gesuch wurde abgelehnt
- 1893 erwirbt Hans Holsten Haus und Laden
- 1901 bauliche Veränderungen
- 01.08.1919 Arnold Fischer erwirbt die "Kolonialwaren-, Wein- und Zigarrenhandlung"
- 1928 ein elektrisches Leuchtschild der Vereinsbrauerei mit der Inschrift "Trinkt Stralsunder Bier" wird auf dem Dach angebracht, an der stumpfen Ecke wird ein Schokoladenautomat angebracht
Alter Markt 14
Alter Markt 15
- 05.10.1987 Die Stadtinformation wird eröffnet.
Alter Markt 16
- 16.01.1898 Konditor Martin Kossi (Brandenburg) erhält die Erlaubnis zur Eröffnung eines Cafés
- 1898 Konditor Georg Friedrich
- 01.09.1905 Konditor Hans Diekermann mietet die Bäckererei mit Backstube im Keller und bekommt eine Konzession für Alkoholausschank bis Mitternacht
- später Ratscafe (Betreiber Eduard Mehlert)
- Stadtgebiet Altstadt
- Stadtteil Altstadt
- Postleitzahl 18439

