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Rathaus
Aus Stralsund Wiki
Gebaut Anfang des 13. Jahrhunderts, erfuhr das Beispiel wunderschöner norddeutscher Backsteingotik viele Veränderungen. 1579 wurde eine Renaissancetreppe zu den Verwaltungsräumen geschaffen, im Jahr 1680 wurde nach einem Brand das Kupferdach entfernt und durch ein Ziegeldach ersetzt. Im 17. Jahrhundert wurde ein Galeriegang erbaut, der heute wieder in seiner einmaligen Schönheit zu bewundern ist.
Ein zweites, bauähnliches Rathaus wurde auf dem Neuen Markt für die vermutliche Stadt Schadegard errichtet. Eine ursprüngliche Nutzung des Rathauses erfolgte vermutlich als Kaufhaus.
- Stadtbuch von 1270, Gebäude werden als "cellarium" oder "pretorium", später "theatrum" und "consistorium" erwähnt
- sechsschiffige, gewölbte Kellerhalle, zunächst Nutzung als "Kophus"
- 40 Verkaufsbuden im Erdgeschoss, Buttergang von Ossenreyerstraße zum Hauptportal der Nikolaikirche
- 1316 Sieg der Stralsunder über ein Fürstenheer im Hainholz, Nutzung der Lösegelder für gefangene Adlige zum Ausbau des Rathauses
- 12.06.1680 Zerstörung des Dachstuhls durch ein Feuer, Eindeckung mit Ziegeln nach der Wiederherstellung, Errichtung der barocken Galerie nach dem Brand
- Mitte 18. JH Verputzung der Schaufassade
- 1822 Ratsbibliothek im südöstlichen Rathausbereich, bis 1924 auch das 1859 gegründete "Provinzial-Museum für Neuvorpommern und Rügen"
- 1881 Umbau unter Leitung Ernst von Haselberg, Entfernung des Putzes, Anbringung der neogotischen Ziegelwand an der Schaufassade, Anbringung der Wappen der Hansestädte über den Saalfenstern, Sternscheiben in den Öffnungen der Giebel
Inhaltsverzeichnis |
Pasewalker Bierkeller
- Eingang am Alten Markt
- Nebenräume um 1900 Schlaraffenburg, Hansakeller, Gewerkekeller
- 1897 Pächter Ferdinand Kleist vergrößert den Keller durch Umbau, eine Säule stürzt dabei ein, keine Verletzten, Kosten für Wiederherstellung des Gewölbes trug der Pächter
- um 1904 Pächter Kaufmann Klemm
- ab 01.10.1919 neuer Pächter Max Beversdorff
- 1928/1929 Renovierung durch Firma Teichen
- ab 1933 Rückgang der Gästezahlen, Beversdorff begründet dies mit steigendem Interesse der Jugend an körperlicher Ertüchtigung
- 01.08.1946 neue Pächter Gertrud und Paul Schalow
- 1950 Verwaltung durch Kommunales Wirtschaftsunternehmen (KWU), später gehörig zur Handelsorganisation Gaststätten (HOG)
Barthscher Bierkeller
- Eingang Badenstraße
- ca. 1766 Kegelbahn im Barthschen Bierkeller, Pächter Johann Karl Krüger
- 1766 Verbot der Nutzung der Kegelbahn durch den Rat, Verbot blieb auch nach Überzug der Kugeln mit Leder und Anbringung einer Matte am Ende der Bahn bestehen
- 29.10.1858 Gesuch von Carl Friedrich Brahtz (gründete mit seinem Bruder in der Ossenreyerstraße 7 im Dezember 1853 die Vereinsbrauerei, später verstritten) zum Ausschank von Bier im Barthschen Bierkeller; ebenfalls Gesuch von Bruder Heinrich Brahtz zum Ausschank von Bier, beide Gesuche wurden abgelehnt
- Mitte 19. JH Nutzung als Abstellraum für Marktbuden
Verhandlungen über die Beseitigung der Fleischscharren aus dem Rathaus (1829-1855)
- Plan der Verlegung in den Bauhof Badenstraße mit Zugang über den Hof der Brauerkompanie, Heilgeiststraße.
- Gutachten des Stadtbaumeisters Lübke.
- Begründung der Verlegung wegen des Zugwindes in der Säulenhalle des Rathauses und wegen der Verschmutzung.
- Gegenvorschlag des Schlächteramtes.
- Vorschlag der Bauinspektion zur Anlegung eines neuen Fleischscharrens in der "Sieben-Thoren-Straße".
- Erwähnung von 26 Schlächtermeistern im Jahre 1852 in Stralsund.
- Liste von 33 vor die Kammer geforderten Schlächteralterleuten und -meistern, 1853.
- Grundriß und Ansicht der Anlage eines Fleischscharrens auf dem Stadtbauhof, 1831.
Rathauskeller
- 1410 Quadratmeter Grundfläche
- eine der größten nichtkirchlichen Hallen im Mittelalter
- sechsschiffige und elfjochige Gewölbehalle, Pfeiler- und Säulenreihen stehen im Wechsel
- ehemalig vier Eingänge
- ab ca. 1300/1310 bis Ende Mittelalter Nutzung als Wein- und Bierkeller - Rheinscher- und Barthenscher Keller (ausgeschenkt wurden Rheinischer Wein und Barther Bier, später auch Bier aus Pasewalk), Betrieb durch die Stadt, Überwachung durch Weinherren (gleichzeitig Ratsherren)
- 1757 Verpachtung, Verpflichtung zur Lieferung des "Luthertranks" am Tag der Heiligen Drei Könige an den Rat
- 1897 Einsturz eines Teil des Kellergewölbes nach Bauarbeiten, 1904 Verstärkung der Bauelemente
- Nutzung bis Anfang der 1990er Jahre als Gaststätte "Ratskeller"
- 27.04.2010 Bei Sanierungsarbeiten wird ein Teil des Rathauskellers mit hydraulischen Pressen 7 Millimeter angehoben, um sechs Steinreihen und das Kapitell des Pfeilers zu tauschen.
Wappen am Rathaus
- barockes Stadtwappen, durch König Karl XIII. 1714/1715 während seines Aufenthaltes in Stralsund verliehen
- gefertigt aus Eichenholz, bis 1838 offizielles Hoheitszeichen der Stadt
- ca. 100 kg
- 2,05 m x 1,57 m
- 2009 Restaurierung, Anbringung nach Restaurierung am 20.04.2010
Rathausdurchgang
- Büste Gustav Adolf, seit 1930 Büste des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf im Rathausdurchgang als Erinnerung an das Betreten Stralsunds durch den Monarchen 300 Jahre zuvor an der Fährbrücke

